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am 1. Juni

S1: Lobautunnel erhöht Belastungen

Brigitte Krenn - Mehr Lärm und Gefahr für Schwechater Trinkwasser

„Der Lobautunnel wird den Verkehr auf der bestehenden S1 und der A4 erhöhen. Zu erwartende Verlagerungseffekte von verstopften Autobahnen haben auch massive Auswirkungen auf das Schwechater Stadtgebiet,“ kritisiert die GRÜNE Vize-Bürgermeisterin Brigitte Krenn.

Das Bundesverwaltungsgericht hat vor wenigen Tagen entschieden, dass der Bau der S1 (inklusive des Lobautunnels) unter gewissen Auflagen vollzogen werden darf. Zwar bringen die Auflagen einige Verbesserungen, aber am Grundproblem der Verkehrsbelastung in der Ostregion ändert sich nichts. Für Schwechat, das derzeit schon ein Verkehrsknoten in der Ostregion ist, bedeutet der Lobautunnel noch höhere Verkehrsbelastungen.

Die Prognosezahlen wurden viel zu gering angesetzt. Schon heute haben wir auf der S1 bei der Zählstelle Rannersdorf an Spitzentagen bis zu  90.000 Kfz. (Anm.: Für 2015 wurden 54.000 Kfz pro Tag angenommen). Das hat fatale Folgen: Der Lärm ist in manchen Bereichen Schwechats schon jetzt zu hoch. Das betrifft vor allem Wohnhäuser in der Nähe des Knotens Schwechat, aber auch entlang der A4 in Mannswörth. „Wenn der Lärmschutz heute schon unzureichend ist, dann wird mit einem Lobautunnel und der zu erwartenden Verkehrszunahme der Lärm weiterhin massiv anwachsen“, so VBGM Krenn.

Bereits im Vorjahr beschloss der Schwechater Gemeinderat einstimmig (auf Initiative der GRÜNEN Vizebürgermeisterin) eine Resolution an die ASFINAG. Das Verkehrsministerium und die Landeshauptfrau wurden zu Maßnahmen zur Temporeduktion auf der A4 vom Knoten Schwechat bis zum Flughafen aufgefordert - denn auch schon jetzt müssen Lärmschutzmaßnahmen gesetzt werden.

„Statt auf den weiteren Autobahnbau zu setzen, braucht es in der Region einen Ausbau des Öffentlichen Verkehrs mit attraktiven Tarifangeboten für die PendlerInnen. Für Schwechat bedeutet das: Ein echter Viertelstunden-Takt der S7 bis zum Flughafen und halbstündlich bis Wolfsthal, gute Busverbindungen in den Gemeinden des Umlands, eine Ausweitung der Kernzone 100 und das 365-Euro-Ticket für NÖ“, ist Krenn überzeugt, dass PendlerInnen dann dann auf Öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

Nicht unwesentlich ist die Einflussnahme des Tunnels auf das Grundwasser:Schwechat bezieht sein Trinkwasser aus der Au. Die Brunnen liegen im Abflussbereich des Lobautunnels. „Die Einflüsse, die der Tunnel auf die Schwechater Brunnen haben kann, darf man nicht unterschätzen!“ mahnt Krenn zur Vorsicht.